Klima im Rhein-Pfalz-Kreis

Rhein-Pfalz-Kreis: Wärmeres Klima, mehr Hitzetage – beim Niederschlag ein uneinheitlicher Trend

Extreme Hitzephasen, trockene Perioden und veränderte Niederschlagsmuster prägen zunehmend auch das Klima im Rhein-Pfalz-Kreis. Die aktuellen Auswertungen des Klimadaten-Tools Rheinland-Pfalz zeigen, dass sich der langfristige Erwärmungstrend in der Region fortsetzt. Nach den im Klimadaten-Tool dargestellten aktuellen 30-Jahres-Mitteln hatte für den Rhein-Pfalz-Kreis eine Erwärmung von 1,7 Grad gegenüber dem langjährigen Mittel ausgewiesen; die zehn wärmsten Jahre traten sämtlich nach 1990 auf.

Besonders deutlich wird das bei der Temperaturentwicklung. In den von Ihnen eingeblendeten aktuellen Grafiken aus dem Klimadaten-Tool liegt die mittlere Jahrestemperatur im Rhein-Pfalz-Kreis für den Zeitraum 1996 bis 2025 bei   11,5 °C. Gegenüber dem historischen Vergleichswert von 9,7 °C für 1881 bis 1910 ergibt sich damit ein Plus von 1,8 Grad; die geglättete Trendkurve auf Basis des LOESS-Verfahrens deutet sogar auf eine Erwärmung von rund 2,5 Grad hin. Das passt zu den amtlichen Auswertungen des Landes, nach denen der Kreis bereits heute zu den deutlich erwärmten Regionen gehört. Die Vorderpfälzische Rheinebene zählt zugleich zu den Gebieten mit milden Wintern, warmen Sommern und vergleichsweise geringen bis mäßigen Niederschlägen.

Mit dem Temperaturanstieg nehmen auch die Hitzekenntage spürbar zu. Laut aktuellem Klimadaten-Tool verzeichnet der Rhein-Pfalz-Kreis heute im Mittel 19 heiße Tage (Tmax≥30°C) pro Jahr und 67 Sommertage (Tmax≥25°) ; gegenüber der Referenzperiode entspricht das einem Zuwachs von 9 heißen Tagen und 21 Sommertagen jährlich. Gleichzeitig ist die Zahl der Frosttage um 9 Tage pro Jahr zurückgegangen. Auch die Sonnenscheindauer hat zugenommen und liegt in der aktuellen Klimatologie bei 1734 Stunden pro Jahr, rund 7 Prozent mehr als in der Vergleichsperiode. Diese Entwicklung macht deutlich, dass sich nicht nur Mittelwerte verschieben, sondern auch die Belastung durch Hitzeereignisse zunimmt.

Beim Niederschlag gibt es sich ein weniger eindeutiges, aber dennoch auffälliges Bild. Über das Jahr gemittelt ist ein leichter Rückgang des Jahressumme zu erkennen. Im meteorologischen Frühling (1.3 bis 31.5) sowie Sommer (1.6. bis 31.8) ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, im meteorologischen Winter eine leichte Zunahme, der Herbst zeigt keine Veränderung.

Hinzu kommt: Die Gesamtmenge allein sagt immer weniger über die tatsächliche Wasserverfügbarkeit aus. Das Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen betont, dass sich gerade im Sommer die Niederschlagsmuster verändern können – mit einer Folge aus Trockenphasen und Starkniederschlägen. Für eine Region wie die Vorderpfalz, in der viele landwirtschaftliche Flächen schon heute bewässert werden müssen, ist das besonders relevant. Der Rhein-Pfalz-Kreis steht damit vor der Aufgabe, Wasserressourcen, Infrastruktur und kommunale Planung stärker an ein wärmeres Klima mit teils unregelmäßigerem Niederschlag anzupassen.

Unter dem Strich ergibt sich für den Rhein-Pfalz-Kreis damit ein klares Bild: Die Temperaturen steigen deutlich und anhaltend, Hitzetage werden häufiger, Frosttage seltener. Beim Niederschlag ist der Trend komplexer, zuletzt aber eher leicht rückläufig beziehungsweise unbeständiger. Für Landwirtschaft, Siedlungsentwicklung, Gesundheitsschutz und Wasserwirtschaft wird es deshalb immer wichtiger, nicht nur auf Durchschnittswerte zu schauen, sondern auch auf die wachsende Bedeutung von Hitze, Trockenheit und Extremereignissen.

Zum zukünftigen Klima im Rhein-Pfalz-Kreis ein klares Bild: Es wird weiter deutlich wärmer, und zwar nach den im Tool verwendeten Projektionen für Rheinland-Pfalz bis zum Ende des Jahrhunderts gegenüber 1971–2000 um 2,5 bis 4,5 Grad ohne wirksamen Klimaschutz; im Sommer liegen die möglichen Zunahmen sogar 3,0 bis 5,0 Grad. Gleichzeitig nehmen Sommertage und Hitzewellen weiter zu, während Frosttage deutlich zurückgehen; im Hochemissionsszenario sind landesweit bis Ende des Jahrhunderts im Mittel vier bis fünf Hitzewellen pro Jahr möglich. Beim Niederschlag bleibt das Jahresmittel unsicher, aber für den Sommer zeigt das Tool mehrheitlich eine abnehmende Tendenz, während die Winterniederschläge eher zunehmen; zudem deuten die Projektionen auf mehr niederschlagsfreie Tage im Sommer und bei den stärksten sommerlichen Starkregenereignissen auf eine mögliche Zunahme hin. Für den Rhein-Pfalz-Kreis ist diese Entwicklung besonders relevant, weil der Kreis schon heute mit 11,5 °C Jahresmitteltemperatur, 19 heißen Tagen pro Jahr und seiner Lage in der warmen, eher niederschlagsarmen Vorderpfälzischen Rheinebene zu den klimatisch besonders exponierten Räumen gehört. Daraus lässt sich für den Kreis folgern, dass künftig vor allem heißere Sommer, häufigere Hitzeperioden und ein steigender Druck auf Wasserhaushalt, Landwirtschaft und Siedlungsräume zu erwarten sind.

Viele weitere interessante Infos und Klima-Grafiken unter  https://www.klimawandel.rlp.de/klimadaten-tool

Grafik 1 – Temperatur:
Die Temperaturentwicklung im Rhein-Pfalz-Kreis zeigt seit dem späten 19. Jahrhundert einen klaren Aufwärtstrend. Die aktuelle Klimatologie liegt deutlich über dem historischen Vergleichswert.

Grafik 2 – Niederschlag:
Beim Niederschlag ist das Bild uneinheitlicher als bei der Temperatur. Insgesamt deutet die jüngere Entwicklung im Rhein-Pfalz-Kreis jedoch auf einen leicht rückläufigen Trend und veränderte Niederschlagsmuster hin.



Quellenzeile unter den Abbildungen:

Quelle: Klimadaten-Tool des Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen, klimawandel.rlp.de; Abbildungen laut Website CC BY-SA 4.0. https://www.klimawandel.rlp.de/klimadaten-tool

Um unsere Webseiten für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern, verwenden wir Cookies. Durch Bestätigen des Buttons "Alles Erlauben" stimmen Sie der Verwendung zu. Über den Button "anpassen" können Sie Einstellungen über die Nutzung der Cookies vornehmen.