Geschichte

Bobenheim-Roxheim - aus der Geschichte einer Gemeinde

Bobenheim-Roxheim, in unmittelbarer Nähe zu Worms gelegen, das im Mittelalter zu den machtvollen politischen Mittelpunkten der deutschen Kaiser zählte, hat eine weit zurückreichende Geschichte - wenn auch nicht als Gesamtgemeinde, die erst seit dem 7. Juni 1969 besteht.
 
Die beiden früheren Gemeinden Bobenheim am Rhein und Roxheim / Pfalz, aus denen die Großgemeinde gebildet wurde, können indes auf nahezu anderthalb Jahrtausende zurückblicken.
 
Das Gebiet um beide Ortsteile am Kreuzungspunkt der uralten Fernwege vom Mittelmeer zur Nordsee und aus dem osteuropäischen Raum zum Atlantik, ist seit 10.000 Jahren von Menschen bewohnt, wie archäologische Funde belegen. 

Im Zuge der Völkerwanderungen wurden die hier ursprünglich beheimateten Kelten allmählich von den Germanen nach Westen abgedrängt. Um Christi Geburt besetzte der suebische Volksstamm der Wangionen unsere engere Heimat und die keltische Stadt Borbetomagus, das spätere Worms.

Im ersten nachchristlichen Jahrhundert wurde der gesamte Rhein-Main-Neckar-Raum Teil des römischen Imperiums. Von etwa 413 bis 436 herrschten im Wormser Raum die Burgunden als „Foederati“ der Römer. Auch sie sind durch Funde in Bobenheim-Roxheim nachgewiesen. Von ihrem Kampf und Untergang kündet das Nibelungenlied.

Der fränkische Sieg über die Alemannen führte anfangs des 6. Jahrhunderts zur Gründung zahlreicher Höfe und Niederlassungen in der nördlichen Vorderpfalz. Auch Bobenheim und Roxheim sind solche fränkische Gründungen.

Urkundlich erscheinen beide Orte zuerst mit dem Zusatz „im Wormsgau“ im Lorscher Codex, einer Urkundensammlung des alten Reichsklosters Lorsch, anlässlich von Schenkungen. So wird im Jahr 768 Bobenheim unter der Bezeichnung „Babenheim“ und im Jahr 775 Roxheim unter dem Namen „Rochenheim“, als fränkische Siedlungen genannt. Die geschichtliche Entwicklung beider Orte verlief bis zur Zusammenlegung annähernd gleich. Dies war durch die Lage und die Zugehörigkeit zum Hochstift Worms bedingt. In der Wormser Mauerbauordnung wurden um das Jahr 1000 beide Dörfer als Nachbarorte erwähnt und zur Leistung von Frondiensten für den Unterhalt der Wormser Stadtmauer verpflichtet. Im Ernstfalle musste ein bestimmter Abschnitt der Stadtmauer verteidigt werden, wofür die Bewohner das Recht hatten, in Not- und Kriegszeiten mit ihrer Habe hinter die Mauer der Stadt zu flüchten.

Im 13. Jahrhundert werden Bobenheim und Roxheim unter den sog. Rheindörfern genannt und als Lehen an die Herren von Stauf gegeben. In der darauffolgenden Zeit wechselte der Besitz häufig durch Verkauf und Erbe. Dadurch kam es oft zu rechtlichen Auseinandersetzungen, bei denen im Jahre 1460 Bobenheim niedergebrannt wurde. Im Jahre 1503 wurde Roxheim als Rheinschifffahrtsstation urkundlich erwähnt. 1562 landeten in Roxheim zwei Schiffe mit niederländischen, reformierten Familien, welche von Kurfürst Friedrich III. empfangen wurden, der ihnen in Frankenthal Asyl gewährte.

Großes Elend brachten der 30jährige Krieg sowie der pfälzische Erbfolgekrieg. Truppendurchzüge, Einquartierungen, Plünderungen, Brandschatzungen und persönliche Verfolgungen dezimierten die Bevölkerung. Nach der französischen Revolution, in deren Folge, die beiden Gemeinden unter französischer Herrschaft standen, kamen Bobenheim und Roxheim im Jahre 1816 zum Königreich Bayern.

Nach dem 8. Mai 1945 lagen die Orte in der französischen Besatzungszone. Seit 1947 gehören Bobenheim und Roxheim zu Rheinland-Pfalz, das 1949 Bundesland der neugegründeten Bundesrepublik wurde.

Der Rhein prägte ständig die Ufergemeinden. Er brachte nicht nur Nahrung und Reichtum, sondern oftmals auch Verderb und Zerstörung durch Hochwasserkatastrophen. Durch die Rheinregulierung im 19. Jahrhundert wurde diese Gefahr vermindert. Als letztes Zeugnis aus der früheren Zeit großer Überschwemmungen kündet noch heute der Roxheimer Altrhein. Er ist übrigens nicht durch Tullas Begradigungsmaßnahmen entstanden, sondern trennte sich bereits fast 1000 Jahre früher vom Hauptstrom ab. Bis ins 19. Jahrhundert waren fast alle Bewohner unserer Orte mit der Landwirtschaft oder der Fischerei verbunden.

Zwischen „Rhein und Reben“ im vorderpfälzischen Tiefland gelegen, findet sich heute die Gemeinde Bobenheim-Roxheim als bevorzugter Wohnbereich an der Nahtstelle der europäischen Metropolregion Rhein-Main und Rhein-Neckar.

Die intensive landwirtschaftliche Nutzung der westlichen Gemarkungsbereiche, speziell der Gemüseanbau, wird begünstigt durch das angenehm milde Klima, das eine Vegetationsperiode von ca. 9 Monaten ermöglicht. Daneben prägen 5 im Landschaftsschutzgebiet „Pfälzische Rheinauen“ gelegene Naturschutzgebiete den Ostteil der Gemarkung. Eine Vielzahl von ökologisch wertvollen Feuchtgebieten verschiedener Verlandungsstufen – wie z. B. Dauerwasserbereiche mit Schwimmblattpflanzen, Schlickflächen, ausgedehnte Schilf- und Röhrichtzonen, die Weichholz- und die Hartholzaue - bieten einer einzigartigen Tier – und Pflanzenwelt ihren Lebensraum.

Mit Beginn der Industrialisierung fanden immer mehr Menschen ihre Arbeit in den Industriebetrieben der benachbarten Städte Worms, Frankenthal und Ludwigshafen. Vor Ort gibt es jedoch auch eine große Anzahl an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen.

Die Veränderung der Erwerbsgrundlage von Landwirtschaft und Industrie brachte neben sozialen und wirtschaftlichen auch teilweise bauliche und funktionale Umstrukturierungen für die beiden ehemals selbstständigen Dörfer mit sich. Der Veränderungsprozess dauert gegenwärtig noch an. So hat die Großgemeinde in den letzten Jahrzehnten ihr äußeres Erscheinungsbild grundlegend geändert:

Durch die verkehrsgünstige Anbindung im Rhein-Neckar-Dreieck, die nahegelegenen Anschlüsse an B9, B47, A5, A6, A61 und A67, die Bahnstation, Buslinien und ein gut ausgebautes Straßennetz zu den benachbarten Städten ist die ca. 10.500 Einwohner (genaue statistische Zahlen finden Sie hier) zählende Gemeinde zu einem wichtigen Gewerbe- bzw. Industriestandort und zu einem beliebten Wohnort geworden.

Infrastruktur und Freizeitangebote sind vielfältig:

 
  • Schulische und kulturelle Einrichtungen mit sechs Kindergärten, zwei Grundschulen und einer Realschule plus , drei Büchereien, Kultur- und Festhalle, Volkshochschule, Konzerte, Ausstellungen, Heimatmuseum, Kinder- und Seniorenveranstaltungen, Altenpflegeheim, Freilichtbühne, Frei- und Hallensportstätten, Freibäder, Tennisplätze, Minigolf, Freischach, Olympic-Day-Run-Strecke, Vogelpark, Tiergehege, fünfzehn Kinderspielplätze, Jugendzentrum mit Skater-Park, sieben Bolzplätze, Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Rad- und Wanderwege

  • Bürgerfest (über Pfingsten)

  • Roxheimer Gondelfest (1. Juliwochenende) mit Fischerstechen und sonntägigem Wasserumzug,

  • Serata Italiana (2. WE nach dem Gondelfest)

  • Kirchweih Bobenheim-Roxheim (4. Septemberwochenende)

  • Weihnachtsmarkt (2. Adventswochenende),

  • Veranstaltungen der über 60 örtlichen Vereine sowie 3 Kirchengemeinden

  • und eine breitgefächerte Gastronomie. 


Bobenheim-Roxheim ist auf bestem Weg, seinen Wohnwert im Interesse seiner Bürger auf Dauer so zu verbessern, dass es sich als selbstbewusste Gemeinde in der Metropolregion Rhein-Main und Rhein-Neckar behaupten kann.  

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