Erdbeben im Raum Bobenheim-Roxhei am 10.09.2026

Erdbeben im Raum Bobenheim-Roxheim deutlich spürbar


Am Donnerstag, 10. September 2026, wurde um 17:27 Uhr in Bobenheim-Roxheim und der umliegenden Region ein deutlich spürbares Erdbeben registriert. Der Landeserdbebendienst führt das Ereignis mit einer Lokalmagnitude von ML 3,5. Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung bestimmt eine Momentmagnitude von Mw 3,2. Beide Angaben beziehen sich auf dasselbe Ereignis; die Abweichung ergibt sich aus unterschiedlichen Magnitudenskalen und Auswerteverfahren.

Was ist bekannt?

Der Landeserdbebendienst Südwest bittet auf seiner Wahrnehmungsplattform ausdrücklich um Meldungen zum Ereignis „10.09.2026 17:27 Uhr – Bobenheim-Roxheim/Rhein-Pfalz-Kreis/RLP (ML = 3,5)“. Das bestätigt Bobenheim-Roxheim als unmittelbaren Bezugsort des registrierten Bebens.

Das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GEOFON) weist für das Ereignis den Zeitpunkt 15:27:14,3 UTC aus, entsprechend 17:27:14 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit. Die manuell revidierte GFZ-Lösung gibt eine Momentmagnitude von Mw 3,2, eine Tiefe von rund 10 km sowie ein Epizentrum bei etwa 49,59° N und 8,30° E an.

Auch die Stadt Worms berichtete noch am Abend über das Beben. Dort gingen mehrere Anfragen bei der Feuerwehr ein; Einsätze ergaben sich nach Angaben der Stadt zunächst nicht. Größere Schäden wurden zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet.

Warum gibt es unterschiedliche Angaben zur Stärke?

Bei Erdbeben ist eine einzelne Zahl zur „Stärke“ nicht immer eindeutig. Verschiedene Erdbebendienste können unterschiedliche Magnitudenskalen und Auswerteverfahren verwenden. Für regionale Beben wird häufig die Lokalmagnitude ML verwendet. Das GFZ gibt für dieses Ereignis die Momentmagnitude Mw an. Beide Größen beschreiben die Stärke eines Bebens, werden aber auf unterschiedliche Weise bestimmt. Deshalb sind Abweichungen um einige Zehntel Magnitudeneinheiten bei kleineren regionalen Ereignissen nicht ungewöhnlich.

Für die Kommunikation der Gemeinde empfiehlt sich deshalb die Formulierung: „Der Landeserdbebendienst führt das Ereignis mit ML 3,5; das GFZ ermittelt Mw 3,2.“ So bleiben die Angaben fachlich korrekt, ohne verschiedene Skalen miteinander zu vermischen.

Geologischer Hintergrund: der Oberrheingraben

Bobenheim-Roxheim liegt im nördlichen Oberrheingraben. Diese geologische Großstruktur ist durch ein komplexes System aus Störungen und Bruchzonen geprägt. Die geowissenschaftlichen Fachinformationen des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg beschreiben für den Oberrheingraben mehrere sich überlagernde Störungssysteme. Entlang solcher Störungen können sich tektonische Spannungen aufbauen und ruckartig lösen. Die dabei frei werdende Energie breitet sich in Form seismischer Wellen aus.

Schwächere Erdbeben gehören daher grundsätzlich zur natürlichen tektonischen Aktivität dieser Region. Aus einem einzelnen Ereignis lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ein stärkeres Beben unmittelbar bevorsteht. Zeitpunkt, Ort und Stärke zukünftiger Erdbeben können nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht zuverlässig vorhergesagt werden.

Sind Nachbeben möglich?

Nach einem Erdbeben können weitere, meist schwächere Erschütterungen auftreten. Die Stadt Worms wies am 10. September darauf hin, dass spürbare Nachbeben in den folgenden Tagen möglich, aber nicht sicher seien. Ob tatsächlich Nachbeben auftreten und wie stark sie ausfallen, lässt sich nicht verlässlich vorhersagen.

Was tun bei einem Erdbeben?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt für den Fall eines Erdbebens unter anderem:

Im Gebäude bleiben und Abstand von Fenstern und Glastüren halten.

Schutz beispielsweise unter einem stabilen Tisch suchen; Aufzüge meiden.

Im Freien Abstand zu Gebäuden und anderen möglichen Gefahrenquellen halten.

Nach dem Beben bei erkennbaren schweren Gebäudeschäden das Gebäude verlassen und erst nach fachlicher Prüfung wieder betreten.

Bei Verletzungen, Bränden oder erheblichen Schäden den Notruf 112 wählen.

Mit möglichen Nachbeben rechnen und beschädigte Versorgungsleitungen beachten.

Wahrnehmungen können gemeldet werden

Bürgerinnen und Bürger, die das Erdbeben wahrgenommen haben, können ihre Beobachtungen über das Online-Formular des Landeserdbebendienstes melden. Solche makroseismischen Meldungen ergänzen die instrumentellen Messungen und helfen dabei, die räumliche Ausbreitung und die wahrgenommene Intensität eines Erdbebens wissenschaftlich zu bewerten.

Quellen
GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung – GEOFON Event gfz2026rtpj: Germany; Mw 3,2, Tiefe 10 km, manuell revidiert – https://geofon.gfz.de/eqinfo/event.php?id=gfz2026rtpj

Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz – Landeserdbebendienst / Erdbebenereignisse lokal 
https://www.lgb-rlp.de/fachthemen-des-amtes/projekte/landeserdbebendienst-rheinland-pfalz/erdbebenereignisse-lokal

LGRBwissen – Tektonische Regionen: Oberrheingraben
https://lgrbwissen.lgrb-bw.de/geologie/tektonik-schichtlagerung/tektonische-regionen

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe – Erdbeben: Gefahren, Vorsorge und Verhalten – https://www.bbk.bund.de/DE/Themen/Risikomanagement/Baulicher-Bevoelkerungsschutz/Schutz-vor-geologischen-Gefahren/Erdbeben/erdbeben_node.html

Stadt Worms – „Erdbeben in Worms“, Meldung vom 10.09.2026 
https://www.worms.de/neu-de/aktuelles/meldungen/2026-09-10-19-04-48.php

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