Ernährung verstehen – mit allen Sinnen
Bevor die Schürzen umgebunden wurden, beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rathaus an verschiedenen Mitmachstationen mit zentralen Fragen der Ernährungsbildung. Wie sieht eine ausgewogene Frühstücksdose aus? Wie viel Zucker steckt in beliebten Getränken und Frühstücksprodukten? Welche Bedeutung haben Hülsenfrüchte, Getreide und Gewürze? Und wie lassen sich Herkunft, Saison, Verpackung und Wert eines Lebensmittels altersgerecht thematisieren?
Beim Zuordnen, Vergleichen, Riechen, Diskutieren und Ausprobieren wurde deutlich, dass Ernährungsbildung weit mehr ist als die Vermittlung von Regeln. Kinder lernen besonders anschaulich, wenn sie Lebensmittel mit allen Sinnen entdecken, eigene Entscheidungen treffen und Zusammenhänge selbst nachvollziehen können.
Eine wichtige Rolle spielte deshalb immer wieder die Frage nach dem Transfer: Wie können die Methoden in der Kita-Gruppe, im Unterricht, bei einer Projektwoche oder in einer Arbeitsgemeinschaft eingesetzt werden? Die bereitgestellten Materialien und praktischen Anregungen boten dafür zahlreiche Ideen.
Aus Theorie wird ein gemeinsames Essen
Anschließend ging es hinaus zur mobilen Küche. Unter dem aufgebauten Zeltdach wurden die Zutaten gewaschen, geschält, geschnitten, geraspelt und miteinander vermengt. In kleinen Teams entstanden herzhafte Waffeln, frischer Salat und eine farbenfrohe Rohkost. Das Kochbus-Team begleitete die einzelnen Arbeitsschritte, gab Hinweise und beantwortete Fragen.
Beim gemeinsamen Zubereiten wurden die Grundsätze einer nachhaltigen Ernährung unmittelbar erfahrbar: möglichst frisch, regional und saisonal einkaufen, häufiger pflanzliche Lebensmittel verwenden, Verpackungen und Lebensmittelreste vermeiden und dabei den Genuss nicht aus den Augen verlieren.
Die Arbeit an den Schneidebrettern zeigte zugleich, wie viel pädagogisches Potenzial im gemeinsamen Kochen steckt. Aufgaben müssen verteilt, Arbeitsschritte abgestimmt und Verantwortung übernommen werden. Nebenbei entstehen Gespräche über Geschmack, Herkunft, Gewohnheiten und den Wert von Lebensmitteln. So wird aus einer Mahlzeit ein Gemeinschaftserlebnis – und aus Ernährungswissen eine Erfahrung, die im Gedächtnis bleibt.
Ideen, die in Kitas und Schulen weiterleben
Zum Abschluss wurden die selbst zubereiteten Speisen an Tischen vor dem Rathaus gemeinsam probiert. Bei herbstlichem Sonnenschein blieb dabei auch Zeit für Gespräche und den Austausch von Erfahrungen aus dem Alltag der Einrichtungen.
Der Vormittag machte deutlich: Nachhaltige Ernährung muss weder abstrakt noch belehrend sein. Sie kann duften, schmecken, neugierig machen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen deshalb nicht nur Rezeptideen mit nach Hause, sondern auch erprobte Methoden, Materialien und viele Anregungen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Ein herzlicher Dank gilt dem Kochbus-Team sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die mit Offenheit, Tatkraft und Freude zum Gelingen des Workshops beigetragen haben.
Weitere
Informationen:
https://umdenken.rlp.de/themen/rheinland-pfalz-isst-besser-kochbus
Bilder:
Rathaus Bobenheim-Roxheim mit aufgebautem Kochbus
und Zeltdach auf dem Außengelände.

Teilnehmerinnen des Kochbus-Workshops stehen mit
Salat, Rohkost und herzhaften Waffeln vor dem geöffneten Kochbus.
