Rechtliche Grundlagen

§ 200 Abs. 3 BauGB

Satz 1: Die Gemeinde kann sofort oder in absehbarer Zeit bebaubare Flächen in Karten oder Listen auf der Grundlage eines Lageplans erfassen, der Flur- und Flurstücksnummern, Straßennamen und Angaben zur Grundstücksgröße enthält (Baulandkataster).

Satz 2: Sie kann die Flächen in Karten oder Listen veröffentlichen, soweit der Grundstückseigentümer nicht widersprochen hat.

Satz 3: Die Gemeinde hat ihre Absicht zur Veröffentlichung einen Monat vorher öffentlich bekannt zu geben und dabei auf das Widerspruchsrecht der Grundstückseigentümer hinzuweisen.

§ 1a Abs. 2 BauGB

Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden; dabei sind zur Verringerung der zusätzlichen Inanspruchnahme von Flächen für bauliche Nutzungen die Möglichkeiten der Entwicklung der Gemeinde insbesondere durch Wiedernutzbarmachung von Flächen, Nachverdichtung und andere Maßnahmen zur Innenentwicklung zu nutzen […].

Landwirtschaftlich, als Wald oder für Wohnzwecke genutzte Flächen sollen nur im notwendigen Umfang umgenutzt werden. […] Die Notwendigkeit der Umwandlung landwirtschaftlich oder als Wald genutzter Flächen soll begründet werden; dabei sollen Ermittlungen zu den Möglichkeiten der Innenentwicklung zugrunde gelegt werden, zu denen insbesondere Brachflächen, Gebäudeleerstand, Baulücken und andere Nachverdichtungsmöglichkeiten zählen können.

Wichtige Hinweise zum Baulückenkataster

Ein Widerspruch verhindert die Veröffentlichung der „Baulücke“ im Baulückenkataster, beeinflusst die Planungssituation des Grundstückes jedoch nicht (z.B. planungsrechtliche Einstufung als „Baulücke“)

Aus den Informationen im Baulückenkataster können keine bauordnungsrechtlichen- oder planungsrechtlichen Ansprüche abgeleitet werden!  Eine verbindliche Auskunft über die Bebaubarkeit kann in jedem Falle nur über eine Bauvoranfrage oder einen Bauantrag geklärt werden!

Die Eigentümer(innen) entscheiden selbst, ob sie mit den Interessentinnen und Interessenten in Kontakt treten möchten oder nicht. Die Gemeindeverwaltung stellt lediglich den Kontakt her. Für Kaufinteressenten besteht wie bisher, vollkommen unabhängig vom Baulückenkataster, die Chance auf Grundlage des § 13 Landesgesetzes über das amtliche Vermessungswesen (LGVerm).